Historischer Rundgang Bardowick

Bardowick — Ein Gang durch 1200 Jahre Geschichte

"Zuerst im Jahre 785 erwähnt, ist Bardowick einer der ältesten Orte Norddeutschlands. Als Grenzort zwischen Sachsen und Slawen, als Drehscheibe des Fernhandels stieg Bardowick im 12. Jahrhundert zur Stadt auf. Heinrich der Löwe zerstörte sie im Jahre 1189. Die Bardowicker ließen sich jedoch nicht unterkriegen. Sie verlegten sich auf den Anbau von Gemüse, wurden wichtigster Gemüselieferant für Hamburg, waren berühmt für ihr Braunkraut und Sämereien. Neun Kirchen gab es einst in diesem Ort. Der Dom und der romantische Nikolaihof gehören heute zu den herausragenden Denkmälern Norddeutschlands."

St. Nikolaihof - Ehemals Leprosenheim und Altenstift (Foto: © Heimatforschung Elbe-Heide / Heimatforschung Seevetal)
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Ausgewählte Stationen

Station 8 - St. Nikolaihof - Ehemals Leprosenheim und Altenstift: "Der St. Nikolaihof ist eine vollständig erhaltene mittelalterliche Wohnanlage mit mehreren Wohn-und Wirtschaftsgebäuden sowie einer Kapelle, beschaulich eingebettet zwischen alten Bäumen und dem angrenzenden Eichhof. Seit dem Mittelalter bis heute wird die Anlage als soziale Einrichtung genutzt. Als Haus der armen Kranken" wird das Hospital 1251 erstmals erwähnt. Die Stadt Lüneburg brachte anfangs Leprakranke hier unter. Als die Lepra Anfang des 14. Jahrhunderts erlosch, wurde der Nikolaihof in ein von Lüneburg verwaltetes Altenheim umgewandelt, in das man sich einkaufen konnte. 1316 taucht zum ersten Mal die Bezeichnung St. Nicolai auf."

St. Nikolaihof - Ehemals Leprosenheim und Altenstift (Foto: © Heimatforschung Elbe-Heide / Heimatforschung Seevetal)

Station 10 - Der Dom St. Petri et Pauli: "Der so genannte Dom ist eine ehemalige Stiftskirche. Die Stiftsmitglieder (Kanoniker) lebten in klosterähnlicher Gemeinschaft. Wahrscheinlich wurde St. Petri von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert gegründet und als Bischofskirche vorgesehen. Bischofssitz ist Bardowick je-doch nie gewesen, die Bezeichnung „Dom" aber hat sich erhalten. Der westliche Unterbau der Türme, errichtet aus Gipsquadern vom Lüneburger Kalkberg, stammt zum größten Teil noch aus dem 12. Jahrhundert. Als Heinrich der Löwe 1189 den Ort zerstörte, wur-de auch St. Petri stark beschädigt. Vom Ende des 13. Jahrhunderts bis 1488 wurden Kirchenschiff und Turmspitzen neu errichtet. Der Dom besitzt mit Chorgestühl, Taufbecken und Altar eine bedeutende Innenausstattung aus dem 14. und 15. Jahrhundert."

Der Dom St. Petri et Pauli (Foto: © Heimatforschung Elbe-Heide / Heimatforschung Seevetal)

Station 11 - Der Viti-Turm - Die ehemalige Viti-Kirche: "Die dem Heiligen Vitus geweihte Pfarrkirche wurde vor 1130 wahrscheinlich durch das Kloster Corvey an der Weser gegründet. Nachdem Heinrich der Löwe 1189 Bardowick zerstört und dabei auch die Kirchen nicht verschont hatte, wurde St. Viti immer wieder repariert. Im dreißigjährigen Krieg brannte die Viti-Kirche vollstandig ab. Bis 1657 wurde am Nordrand des Viti-Friedhofs der Turm in Fachwerkbauweise wie-der aufgebaut. Die zwei neuen Glocken dienten als Sturmglocken. Die Kirche selbst wurde nicht wieder errichtet. Nach einem weiteren Brand 1725 wurde der Fachwerkturm wieder aufgebaut, diesmal aber in der Mitte des Friedhofshügels."

Der Viti-Turm (Foto: © Heimatforschung Elbe-Heide / Heimatforschung Seevetal)

Praktische Hinweise

15 Stationen: Länge: ca. 7 km | Dauer: 2 Stunden | Schwierigkeitsgrad: leicht | Startpunkt: Ilmenaubrücke Große Brückenstraße/ Viti Furth

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