Oldendorfer Totenstatt — die Sieben Steinhäuser
Die "Oldendorfer Totenstatt" bei Oldendorf im Landkreis Uelzen gehört zu den eindrucksvollsten Megalithanlagen Norddeutschlands. Sieben Hünengräber — im Volksmund "Sieben Steinhäuser" genannt — entstanden zwischen 3500 und 2800 v. Chr. als kollektive Begräbnisstätten der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur. Sie liegen auf einem flachen Geestrücken inmitten von Heide- und Waldlandschaft.
Die Megalithanlagen im Einzelnen
Drei der sieben Anlagen sind als Großdolmen mit erhaltener Decksteinkonstruktion ausgeführt; weitere zwei zeigen die charakteristische Hünenbettanlage mit Hügelaufschüttung und Einfriedung aus aufrecht stehenden Steinen. Die beiden weiteren Anlagen sind durch Steinraub stark reduziert. Ausgrabungen des frühen 20. Jahrhunderts erbrachten Keramik, Feuersteinwerkzeuge und Knochenreste mehrerer Individuen.
Historischer Kontext
Die Trichterbecherkultur (TBK), die diese Anlagen errichtete, war die erste Ackerbaukultur des norddeutschen Raums. Die Megalithanlagen dienten nicht nur als Grabstätten, sondern wohl auch als Markierungen des Stammesgebiets und als Orte kollektiver Erinnerung. Die Konzentration von sieben Anlagen auf engem Raum deutet auf ein regionales Zentrum dieser Gemeinschaft hin.
Praktische Hinweise
Eintritt frei, ganzjährig zugänglich | Ausgangspunkt: Parkplatz Oldendorfer Totenstatt, Oldendorfer Weg, 29574 Vastorf-Oldendorf | Fußweg vom Parkplatz: ca. 400 m | Führungen durch den Heimatbund Niedersachsen, Kreisgruppe Uelzen, auf Anfrage.