Bardowick — die vergessene Handelsmetropole
Bardowick ist eine der geschichtsträchtigen Ortschaften Norddeutschlands. Bevor Lüneburg und Hamburg zur regionalen Macht aufstiegen, war Bardowick im frühen Mittelalter Bischofssitz, Handelszentrum und Zollstation am Übergang der Salzstraße nach Osten. Heinrich der Löwe zerstörte die Stadt 1189 vollständig; sie erholte sich nie zur alten Bedeutung. Heute sind die Spuren dieses Niedergangs im Stadtbild ablesbar.
Der Dom St. Peter und Paul
Der Dom geht auf eine Gründung des 8. Jahrhunderts zurück. Der heutige Bau aus dem 13./14. Jahrhundert bewahrt im Westwerk Teile der romanischen Anlage. Bemerkenswert ist der Leinberger-Altar von 1526 — ein spätgotisches Schnitzwerk von außerordentlicher Qualität, das Lüneburg zugeordnet wird, aber für Bardowick geschaffen wurde.
Bardowik was eyn groth stad, de stund wol in vlore, dar hedde de bischop sinen stul.
Stadtmauer und Slawenwall
Im Südosten der Altstadt ist ein Abschnitt des mittelalterlichen Stadtmauer-Rests erhalten. Nördlich davon zeigt ein markanter Erdwall die Grenzen der frühmittelalterlichen slawischen Burg (Burg Bardengau), die dem fränkischen Stützpunkt gegenüberstand. Die Anlage ist im 9./10. Jahrhundert datiert.
Praktische Hinweise
Länge: ca. 4 km | Dauer: 1,5–2 Stunden | Schwierigkeitsgrad: sehr leicht (gepflasterte Wege) | Ausgangspunkt: Domplatz Bardowick | Führungen durch den Geschichtsverein Bardowick e.V. auf Anfrage.